Das Selfie als Todesursache – ein Ratgeber

Dass im Leben nicht immer alles wie geplant verläuft, hat der Mexikaner Óscar Otero Aguilar jüngst eindrucksvoll aufgezeigt. Der kreative Facebook-Narzisst verstarb nämlich auf tragische Weise, wie die BILD-Zeitung in ihrer unter Umständen seriös anmutenden Rubrik „Hot aus dem Netz“ berichtet. So gedachte der junge Erwachsene lediglich ein Selfie aufzunehmen, das ihn mit einer Pistole an der Schläfe darstellt. Irgendwie gerieten seine unruhigen Finger dabei jedoch an den Abzug und verpassten ihm kurzerhand einen Kopfschuss. Aber das sind nun einmal die Gefahren des 21. Jahrhunderts: Wer sich korrekt präsentieren und von der viel zu breiten Masse abheben will, der muss stets ein neues, interessantes Selfie im Ärmel haben. Dabei wird leider zunehmend vergessen, wie schnell besagtes Meme zum Tod ohne Testament (kurz ToT) führen kann. Aus diesem Grunde habe ich einen Ratgeber entworfen, der all den begabten Selfish-Fotografen da draußen als lebensverlängernde Maßnahme dienen könnte. Folgende Auswüchse der digitalen Selfie-Renaissance sollten im Idealfall vermieden werden:

Selfie mit Wespe auf Zunge: Allergiker, die mit dem Feinde auf der Zunge posieren, weil dieser Platz als optimale Aussichtsplattform für das gesellig dreinblickende Insekt erkannt wurde, seien hiermit gewarnt! Das Wespen-Selfie ist, wie einschlägige Trendmagazine berichten, längst im europäischen Raum angekommen.

Piraten-Selfie: Wenn eine Hand die Kamera/Smartphone und die andere den Säbel umfasst, ist man zwar bereits im Herzen ein echter World Wide Web-Freibeuter, doch womöglich werden dessen Facebook-Freunde niemals in den Genuss des charakterstarken und lasterhaften Porträts gelangen. Denn sobald die Spitze des karibischen Brotmessers die Handschlagader des Kamera-Arms streift, kann eine unverhoffte Verletzung auftreten, die sogar mit dem Tode enden kann – und das, wo wahre Piraten bekanntermaßen in einem heroischen Schwertkampf ihr Leben lassen müssen.

Selfie mit Zigarette und Benzinkanister: An Tankstellen hat sich dieses Selfie durchaus bewährt. Hierbei kann allerdings eine physikalische Kettenreaktion durch die Verbindung der Elemente Feuer und Benzin verursacht werden. Zur Information: Eine brennende Zigarette beinhaltet ebenfalls Feuer.

Selfie mit Entführer: Viele Menschen kennen diese suboptimale Situation: Sie wurden unter Einfluss harter Gewalt verschleppt und vielleicht wird sogar ein kleines Lösegeld gefordert, das mit ziemlicher Sicherheit keiner ihrer Facebook-Kontakte freiwillig zahlen würde. Nutzt man die Gunst der Stunde um ein heiteres Selfie zu produzieren, während man vor seinem Kidnapper steht, könnte dieser eventuell aggressiv werden und sämtliche Waffen zum Einsatz bringen. Deshalb sollte man dabei vorzugsweise HINTER dem Entführer stehen.

Ihr habt noch mehr riskante Selfies auf Lager? Dann schreibt mir, damit ich eines Tages ein fünfhundertseitiges Sachbuch zu diesem Themenschwerpunkt herausgeben kann.

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