Für geringe Hirntätigkeit: Bompeln für Smombies!

Die nächste Stufe der menschlichen Evolution scheint endlich erreicht: Zumindest fühlen sich bereits erste Städte dazu verpflichtet, die Sicherheit von Smombies durch Bompeln im Straßenverkehr zu fördern. Und da dieser Satz verdächtig nach einer modernen Variante des Orwell’schen Neusprech zu klingen vermag, möchte ich sogleich erwähnen, dass ich diese Entwicklung als äußerst doppelplusungut empfinde. Allerdings werde ich mich in diesem Artikel nicht erneut mit der Verunstaltung unserer Sprache befassen, zumal ich mich doch schon superplusgut an den wunderbar adäquaten Smombie-Begriff gewöhnt habe. Vielmehr gedenke ich heute, mit der Erfindung besagter Bompeln abzurechnen, hinter denen sich, man kann es vielleicht erahnen, zeitgemäße BOdenaMPELN verbergen. Und solche Bodenampeln wurden lediglich zu einem Zweck geschaffen: Um Smartphone-Zombies das Leben zu erleichtern!

Was geschieht bloß mit uns? Müssen wir wirklich zusehen, wie Leute, (insbesondere junge Leute, die nichts mehr davon verstehen, auf einer Schaukel zu sitzen oder eine Pusteblume auszupusten) jetzt vollkommen verblöden? Nun bin ich kein Verfechter hanebüchener Verschwörungstheorien, doch kommt man kaum umhin, eine simple Kleinigkeit zu beachten: Der Erfinder des Smartphones hat diese Bezeichnung sicher nicht umsonst gewählt. Folglich wurde ein Telefon erschaffen, das nicht einzig der Kommunikation dienen, sondern ebenso das Denken für uns übernehmen sollte. Bompeln fungieren hingegen als externe App, also eine Erweiterung, die genau dasselbe tut. Man könnte auch von Smartbompeln sprechen. Warum diese nach alter Morlock-Manier im Boden verweilen, ist rasch erläutert: Smartphone-Nutzer starren auf ihr Handy. Dieses wird aber selten vor die Sonne gehalten, weshalb sich der Blick nach unten senkt. Konventionelle Ampeln befinden sich allerdings auf einem anderen Höhenlevel, wohingegen Bompeln von unten aufleuchten und vom herannahenden Smombie eher zur Kenntnis genommen werden.

Hierbei stelle ich mir jedoch die Frage: Ist dieser Prozess für jene Zielgruppe nicht viel zu kompliziert? Schließlich müssen auch die Farben dieser grellen Lichter richtig gedeutet werden. Wann darf man gehen und wann muss man stehen? Sind Smombies weiterhin dazu in der Lage, diesen komplexen Sachverhalt zu entschlüsseln? Werden Smombies in 10 Jahren noch dazu fähig sein? Fortschritt und Rückschritt gehen miteinander einher – beide sind sie nicht aufzuhalten. Smartphones sowie ähnliche technische Errungenschaften bezwecken auf Dauer eine neue Evolution des menschlichen Geistes. Dieser darf somit nicht ewig auf seine Gehirntätigkeit angewiesen sein, da diese zwangsläufig nachlässt. Was wird man also tun, wenn Bompeln nicht mehr ausreichen? In einer Zeit, in der unsere Spezies den aufrechten Gang verlernt hat und sich deren Augen nicht länger verdrehen lassen? Wird das Smartphone den Verkehr steuern? Muss die Survival-App jederzeit aktiviert sein und automatische Updates aus der Sicherheitszentrale empfangen? Was wäre, wenn ein Meteorit aus dem Weltraum die Sicherheitszentrale beschädigt und die Survival-App keine Updates mehr erhält? Ach ja, wartet! Ich komme von selbst darauf! Die Menschheit stirbt aus, stimmts? Ach ja, welch eine rosige Zukunft! Danke, liebe Bompeln!

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