Netzgesang-Analyse für starke Nerven: Bibis Song „How it is“

*seufz* Was tut man nicht alles, um seinen Blog mit Inhalten füllen zu können? An die Grenzen des Ertragbaren stieß ich zweifellos, als ich meine Hausaufgaben zum heutigen Beitrag erledigte. *trommelwirbel* Ich lauschte Bibis Song auf YouTube. YAY! -.-

Natürlich komme ich nicht umhin, dieses Machwerk der deutschen Musik- und Kosmetikindustrie einer ausgiebigen Analyse zu unterziehen. Doch wie beginnt man einen Artikel, der sich an schier ahnungslose Menschen richtet? An Menschen, welche aufgrund ihrer unbeeinträchtigten Vernunft (ich kenne ja meine Leser!) niemals von irgendeiner Wesenheit namens Bibi gehört haben? Ganz einfach: Mit einer kleinen, vollends objektiv formulierten Vita.

Bianca „Bibi“ Heinicke (auch kurz als BH bezeichnet) wurde am 6. Februar 1993 in Köln geboren. Frühe Verhaltensauffälligkeiten versetzten ihre Eltern durchaus in Erstaunen. Als andere Kinder ihr erstes Wort verkündeten (meist „Mama“ oder „Babba“), lackierte die kleine Bibi sich ihre Fußnägel. Auf dem Weg zur Schule trug sie keinen Schulranzen auf dem Rücken, wie es ihre Altersgenossinnen taten, da sie eine Handtasche über der Schulter bevorzugte. Häufig verschwand sie während des Unterrichts auf die Toilette, um dort ihr Spiegelbild zu kontaktieren, ihr „bäschter Fräund auf der gansen Wäld“, wie sie es damals nannte, und in dessen Gesellschaft ihre Lidschatten nachzog. Im Alter von sieben Jahren stellte ein Augenarzt ein merkwürdiges Dollarzeichen in ihrer Pupille fest, schenkte diesem allerdings keine größere Beachtung. Vermutlich würde sie eines Tages, wie nahezu jede andere kluge Dame, einen reichen Mann ehelichen, wodurch sich die Augen schon wieder beruhigen würden – so die Annahme des unbedarften Mediziners.
In ihrer Jugend entwickelte sie allmählich ein gar teuflisches Temperament und „disste“ sämtliche Mädchen an ihrer Schule, die zu selten vor dem Schminktisch „chillten“ und eine natürliche Schönheit besaßen, von welcher sie selbst nur zu träumen vermochte. Unter 300 Tonnen Gesichtsbelag fühlte sich Bibi aber echt heiß, was oft darin begründet lag, dass ihr die Sonne im Sommer das Gehirn zerbruzzelte. Dieses schien irgendwann dermaßen aufgeweicht zu sein, dass sie bloß noch mit Gleichgesinnten kommunizieren konnte, wie mit Dagmar, der Biene, heute bekannt als Dagi Bee. Später begann sie ein Studium der Schönheitswissenschaften. Dieses langweilte sie jedoch bald, da lediglich die Dozenten reden durften, worunter ihre mitteilungsbedürftige Natur leiden musste.
Daher schlief sie… äh, arbeite sie sich ins YouTube-Showgeschäft hinein und erlangte mit Bibis Beauty Palace (ihr ursprünglicher Namensvorschlag, „Bibis Hurensalon“, wurde leider abgelehnt) rasch nationale Popularität. Seitdem gilt sie als Fürsprecherin einer neuen Generation von Mädchen, welche stets mit Minderwertigkeitskomplexen zu kämpfen hat. So unternimmt Bibi alles Erdenkliche, um dieses Konkurrenz- und Unterlegenheitsgefühl zu stärken und ihre Zuschauerinnen zugleich zum Kauf neuester Markenartikel zu verführen. Nachdem sie von vermögenden Männern generell verschmäht wurde, verhalf ihr YouTube somit in wenigen Jahren zum gewünschten Reichtum – frei nach dem Motto: Wer braucht schon Typen, solange man unschuldige Teenager verarschen und brechen kann?

Ich denke, das dürfte genügen, um euch einen Ersteindruck zu vermitteln. Doch zurück zum eigentlichen Thema: Bibis Song. *seufz* (Sucht bitte bei YouTube danach,wenn ihr mutig seid. Diesem Blog liegt es fern, direkte Klickzahlen auf Bibis Channel zu generieren.)

Auf Bibis Channel hat sich nun also die Debüt-Single jener aufstrebenden Musikerin eingefunden. Ja, Bibi will jetzt auch Musi machen. Ist ja gar nicht so schwer. Mit ein bisschen „lalala“ oder doch eher „wap bap badadidada“ ist so ein Söngchen schnell geglückt. Text ist ohnehin überbewertet, sie textet uns in ihren Beauty- und Lifestyle-Videos ja bereits ausreichend zu. Der Aussagegehalt bleibt somit entsprechend niedrig. Wir erfahren irgendetwas von einem vermutlich imaginären Partner, der Bibi verlassen oder betrogen hat – wozu man den Guten eigentlich nur beglückwünschen kann. Daraufhin stürzt Bibi sich offenbar in andere Abenteuer. Allerdings ist hiervon nichts zu sehen. Kein Mann betritt das Szenenbild, denn das Filmchen bleibt eine One-Woman-Show, sexuell aufreizend inszeniert und mit Photoshop als ständigem Begleiter. Ebenso sei zu erwähnen, dass dieses regelmäßig eingesungene „Fapfap“ an einen onomatopoetischen Ausdruck für männliche Masturbation erinnert. Grenzt dies nun womöglich an Gehirnwäsche, weil niemand ohne unterbewusste Botschaft jemals auf die Idee kommen würde… gut, wenden wir uns lieber anderen Abgründen zu! Bibis narzisstisches Fußgewedel vermag höchstens einen besonders bedürftigen Fußfetischisten zu beeindrucken. Das alberne Dauergrinsen und die Unfähigkeit, selbst eine Teetasse überzeugend zum Mund zu führen, sind bloß weitere Aspekte, die den Trash-Gehalt jener sogenanten „Performance“ wunderbar unterstreichen. Man könnte „How it is“ als offiziellen Soundtrack zu „Kartoffelsalat 2“ verwenden, denn das würde diesem Leidgut (nein, ich habe diese Buchstaben NICHT versehentlich vertauscht!) optimal entsprechen.

Wie dem auch sei: Karma ist ein rätselhaftes Phänomen, das sich manchmal erst spät äußert, aber immerhin scheint es sich bei Bibi allmählich anzukündigen. Mit zwei Millionen Dislikes wurde das miserabel gesungene Gehirnwäsche-Präparat bereits gestraft und ihre Abonennten fliegen ihr davon wie die Luftballons in ihrem Video. Rückt das Ende jener teuflischen Kapitalismus-Industrie, welche über YouTube betrieben wird, damit vielleicht ein wenig näher? Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Eines sei unserer Bibi jedenfalls zum Abschluss gesagt: Liebe Bibi, tu uns doch zukünftig den Gefallen und richte dich nach deinen Stärken, bevor du von deinen Fans gerichtet wirst. Und wenn ich dir noch auf die Sprünge helfen darf: Du hast eigentlich keine Stärken – und schon gar kein Talent. Gut, du kannst dein Maul aufreißen und Menschen manipulieren. Aber wenn wir diese Kleinigkeit mal eben ausklammern, bleibt leider nicht viel übrig. Also hör bitte auf, uns auf den Sack zu gehen und Millionen liebenswürdiger junger Mädchen zu verblöden und zu verderben… sodass unsere Welt zumindest wieder ETWAS lebenswerter wird.

Und jetzt gehe ich ins Tonstudio und nehme einen Netzgesong auf. Was Bibi kann, kann ich schon lange!

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