Der famose Flug des Heißluftballons über allem Irdischen

Juchhu, wir befassen uns wieder mit Netz-Trends!!! Diese sind ja unlängst dafür bekannt, in eher unbekannte, teils gar unterirdische Regionen vorzudringen. So verhält sich auch das Meme, über das wir uns heute den Kopf zerbrechen dürfen. Nachdem sich junge Frauen zuletzt Stifte unter die Brüste klemmen durften, fühlte sich das starke Geschlecht mitunter benachteiligt. So wurde inzwischen ein nahezu epischer Ersatz ins Leben gerufen, der narzisstisch veranlagte Selfie-Damen in ihre Schranken verweist, ihnen quasi geschlossene Kleidung aufbürdet. Nun obliegt es nämlich echten Männern, die Hüllen fallen zu lassen und…. ihre Hoden vor idyllischen Landschaften abzulichten.

Tja, warum auch nicht? Der berüchtigte Tritt in die Eier ist zwar als zeitloses Phänomen bekannt, ansonsten mangelte es diesem spärlich aufgepumpten Hosenballon bislang aber arg an Beachtung.

Der Trend trägt den Namen „Nutscaping“, was eine überaus sprachbegabte Verschmelzung der Worte Nuts (=Nüsse bzw. Eier, Hoden) und Landscape (=Landschaft) darstellt. Das Online-Magazin ZEITjUNG opfert sich für weitreichende Ei-Blicke: Klicken auf eigene Gefahr!

Jedem begeisterten männlichen Leser sei geraten, die Früchte des absurd anmutenden Experiments zunächst im örtlichen Schlafzimmer auszukosten: Sobald der Hodensack friedlich in Freiheit baumelt, darf vorerst ein wenig trainiert und sich folgende Frage gestellt werden: Wie schieße ich mit Kamera oder Smartphone ein Bild, auf welchem das obere Ende des hinabhängenden Beutelchen zu erkennen ist? Unbedingt sollte man dazu in der Lage sein, die exakte Position zwischen den Beinen zu bestimmen. Den Selbstversuch überlasse ich allerdings freiwilligen Testern, die uns im Kommentarfeld – aber bitte ausschließlich in Textform(!!!) – ihre Erlebnisse schildern dürfen.

Das Resultat erfüllt gewiss einen künstlerischen Anspruch, zumal das rundliche, oft haarige Objekt über Seen, Klippen oder Bergeshöhen durchaus einen surrealen Flair versprüht. Gerüchte besagen, dass populäre Ufo-Forscher durch diese geheimnisvoll-männlichen Impressionen zum Verfassen neuer Sachbücher inspiriert wurden. Einer Generation junger Männer, die ohne Smartphone, Google Maps und GPS keine Wanderung mehr zu genießen vermag, kommt dieser Sport jedenfalls sehr gelegen.

Zugegeben: Über den Hoden-Tourismus wurde bereits im vergangenen November berichtet, wo verwunderte Augenzeugen schon erste Trendsetter in Aktion beobachten konnten. Seither schlug das Meme einige Wellen, sodass inzwischen sogar Urologen Nutscaping zur Hodenkrebsvorsorge empfehlen. Da das verstoßene Sexualorgan gemeinhin beengten Verhältnissen ausgesetzt ist, muss man ihm gelegentlich etwas Freiheit gönnen. Wer als Mann jedoch unter Komplexen leidet und sich niemals in FKK-Badebereichen heimisch fühlen könnte, kann sich mittels Nutscaping nun regelrecht anonym austoben. Nur die Sonne grinst dem Teilzeit-Exhibitionisten wohlwollend entgegen, möglicherweise wird sich auch manche Kuh- oder Ziegenherde vom Klang der herrisch läutenden Glocken anlocken lassen.

Nichtsdestotrotz muss Nutscaping als riskanter Selfie-Trend eingestuft werden. So ist besonders vor bedrohlichen Schluchten Vorsicht geboten. Nutscaper sollten einen gewissen Abstand vor jenen gefräßigen Abgründen wahren, die konventionellen Selbstporträt-Akrobaten das Schwerkraft-Prinzip unwiederbringlich zu erklären wussten. Wenn sich das niedere Gehänge also arg schwer anfühlt, könnte dies umso mehr zu einer Verlagerung des männlichen Gleichgewichtes beitragen und… nun ja, sollte Ihnen das jemals widerfahren: Lassen Sie doch Ihr Leben Revue passieren, sobald Ihr Schicksal besiegelt scheint und der harte, steinige Boden unaufhaltsam an Sie herandringt. Selbst in wenigen Minuten könnten Sie sich zu einem besseren Menschen wandeln, zumal man noch tiefer ohnehin nicht fallen kann. 🙂

Selbstverständlich bietet Nutscaping Freiraum für weitere Entwicklungen. Es bestände somit die Möglichkeit, zukünftig mehrere Hoden auf einer Fotografie zu verewigen, indem sich drei bis vier halbnackte Wanderer quasi voreinander positionieren (Achtung: Funktioniert nicht bei homophoben Personen!). Aufmerksamkeit wäre dem Hodensack auch durch einen Neuanstrich vergönnt. Etwas Eierfarbe verleiht ihm einen ganz neuen Glanz, sodass man ihn besonders zum Osterfest stilecht der Kamera präsentieren kann.

Zum Abschluss darf ein persönlicher Kommentar natürlich nicht ausbleiben. Letztendlich demonstriert Nutscaping vor allem eines: Trends kommen und gehen, doch die Ästhetik einer jeden Landschaft ist und bleibt unvergänglich – unabhängig davon, welchen Umgang eine von absonderlichen Memes angetriebene Generation mit ihr zu pflegen gedenkt. Um die ungetrübte Erinnerung an aufregende Wanderabenteuer ist es ohne menschliche Fehlplatzierung jeglicher Art zumindest besser bestellt. Vielleicht sollte man sogar einmal darüber sinnieren, ob die Bäume, Berge oder Wolken solcherlei Taten nicht insgeheim belächeln… denn wer von uns kann schon erahnen, was sich hinter dem Gesicht der Natur verbirgt?

Anmerkung: Dieser Beitrag ist selbstverständlich Satire und einige vermeintliche Fakten sind dreist erlogen. Dies wird hoffentlich auch die Mediziner unter den Lesern beruhigen.

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